Freitag, 1. Dezember 2017

Die Geister im Holz

Jedes Mal, wenn ich am Küchentisch sitze, spüre ich Unruhe. Die Katzen sträuben das Fell und sehen Unsichtbare durch die Dielen sinken. Ein einsames, dunkles Auge in der Maserung des Holzes blinzelt mir zu... es sind die Geister im Holz!
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[Ziemlich cool, was man nebenbei so alles findet, wenn man den Blick offen hält und bereit ist, ein wenig an seinem Smartphone herumzufummeln.]

Mittwoch, 29. November 2017

Flashige Fiction

Kurzes Statement:
An dieser Stelle erscheinen recht unregelmässig kurze Skizzen oder Geschichten, die meistens dann entstehen, wenn ich eine Idee habe, die zu gut für meinen kleinen Verstand ist und ich irgendwann a) frenetisch Worte auf den Bildschirm werfe oder b) einen Text um allzu üppigen Wildwuchs beschneide.
(Das ist richtig, die meisten meiner Geschichten sind beschnitten!)
Oder stream-of-consciousness...
...oder cut-up...
...oder eine andere Art von Selbstbestrafung.
Dies nur mal so am Rande. Anstelle eines neuen Textes erst einmal ein Verweis auf etwas, was ich damals zu Zeiten der 'satanischen Panik' und der neckischen Infobroschüren der Innenbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg geschrieben habe.
Denn wisset, Satinisten und Okkultisten sind ganz böse, genauso wie diese Metaltypen.
Aber am schlimmsten sind

Die Smegma-Sammler vom Sirius!

Sonntag, 26. November 2017

Werkstattbericht 2017-11-26



Hallo von der Nordwestküste des Jadebusens.
Normalerweise grüße ich aus Zollern am Meer, aber das ist leider nur ein mythisches Gefilde; ein Name, der nie verwendet wurde... man könnte auch sagen, eine Idee, die sich nicht durchgesetzt hat.
Zollern am Meer ist nie entstanden, es ist ein Ort, den es nur in einem besser geschriebenen Paralleluniversum als diesem gibt, eine halbmythische Stadt wie Tanelorn, Lankhmar oder Brigadoon. Die graue Realität sieht anders aus, eine dieser typischen norddeutschen Hafenstädte, irgendwie grau, irgendwie schmuddelig, kein übler Ort, aber die Sonne scheint manchmal nur in der Nacht.
Immerhin, Jadebusen klingt ja ganz interessant. Meine Freunde aus dem Reich der Mitte versichern mir, dass "Jade" immer etwas Erhabenes und Wertvolles ist. Konfuzius hat da ein paar schöne Worte für gefunden. Ein "Jadebusen" ist also ein besonders erhabener oder schön geformter Busen.
Das ist doch schon mal was.

Mittwoch, 15. November 2017

Flash Fiction :: Perle der Finsternis

Die Dämonen der Finsternis haben eine Königin, die sie mit aufrichtiger Liebe verehren.

Es gibt keinen unter ihnen, den Dienern und Boten der Finsternis, der nicht alles für einen Wimpernschlag geben würde, selbst sein unsterbliches Leben.

Die Ritter der Finsternis, die Ritter der Unterwelt schenken ihr schwarze Juwelen für ihre weiße Stirn.

(Seelen besitzen sie nicht, und wenn, hätten sie diese schon vor langem vor den kleinen Zehen ihrer bloßen Füße geopfert…)

Niemand wird dies bezweifeln, der sie schon einmal auf ihrem schwarzen Thron im Herzen dieses unbekannten Landes gesehen hat, das manche den Phantom-Kontinent nennen.

In der Finsternis schimmert ihr Leib wie eine Perle. Sie ist nackt wie eine Flamme, ihr langes Haar fällt bis zu den Hüften, blutig rot, und rot wie Blut ist auch ihr hungriger Mund.

(Eine größere Schönheit hat es nie gegeben; wen wundert es, dass die Dämonen sie lieben und jeden Schritt ihrer kleinen Füße verehren?)

Sie ist die scharlachrote Hexe, die Tochter der Hölle, die Werwölfin; die Herrin des Phantom-Kontinentes, der Dunklen Welt, der Hexenwelt.

Sie geht vorbei, und der schwarze Stein seufzt unter ihren Füßen. Selbst die Verdammten weinen, wenn sie sie sehen, denn auch wenn sie im Jenseits, in der Finsternis Gefangene der Dämonen sind, sind sie doch ebenso wie ihre Kerkermeister vor allem Gefangene dieser Schönheit.

Für einen Kuss von ihr würden sie alles geben, aber dieser Kuss würde bis in alle Ewigkeit auf ihrer Haut brennen.

Denn dies ist die Macht der Hexenwelt, das Mal der Dämonen: Schönheit, vor der alles verdorren muss.


Gewidmet Hugh Walker, eine von mehreren Skizzen unter Verwendung der Einzeltitel der Terra Fantasy-Taschenbuchreihe.

Sonntag, 5. November 2017

Pegāna online



F
ür den zielsicheren Leser religiöser Schriften und trockenen Sarkasmus (in diesem Falle aus der Feder eines agnostischen irischen Lords...)

Wikisource
The Gods of Pegāna (1905)
Time and the Gods (1906)

Mittwoch, 1. November 2017

Weird Fiction Ill-ustrated [6]

"Pickman's Model" (Tower of Shadows #9 Jan. 1971), adaptiert von Roy Thomas und Tom Palmer
Was könnte schöner sein, als Halloween ausklingen zu lassen mit einer doppelten Ladung der Dinge, die einen Silberrücken-Fanboy entzücken. "Pickman's Modell" ist eine der bekanntesten und effektivsten Geschichten von H.P.Lovecraft, selbst wenn es stilistisch und in der Auflösung ein wenig hölzern erscheint.
Dennoch, die meisten vergessen den letzten Satz nie wieder, dies atemlose "Verstehst du, Eliot – es war die Fotografie eines lebenden Wesens!"

Wir sind wieder im Turm der Schatten, dieser kurzlebigen pulporientierten Anthologie aus Marvels Silbernen Jahren - wieder Silber - und die Geschichte um den Maler Pickman und sein merkwürdiges Model beginnt wie gewohnt... mit der ungewöhnlich Angst eines Mannes vor dem Untergrund... nicht dem samtenen Untergrund, sondern dem schwarzen Untergrund der Tunnel und Bahnen und Keller und Löcher unterhalb von Boston, MA.
"NIEMALS!", sagt er... Stan Lee hatte damit nichts zu tun.


In Lovecrafts Geschichte werden detailiert die Werke des Malers Pickman vorgestellt, und der Leser begreift nur zu schnell, dass irgendwas mit diesem Mann nicht stimmt... der Realismus seiner grotesken Werke ist unmenschlich, und deswegen noch erschreckender. Und ist somit der Künstler nicht auch bereits mit dem Keim des Unmenschlichen behaftet?
Pickman begegnet einige Jahre später unserem alten Bekannten Randolph Carter von den Unheimlichen Carters aus Arkham und um zu... da ist er bereits zu einem vollständigen Emissär der Ghouls geworden und ist selbst ein Bewohner der Löcher zwischen der Wachen und der Schlafenden Welt geworden.

In der Comic-Adaption ist dies mehr oder weniger identisch. Ordentlich egmacht, sauberer Stil, die Konfrontation, die unheimlichen Kellergewölbe und die verräterische Fotographie, die der Erzähler an sich nimmt und eine lebenslange Angst auslöst. (Und vergessen wir nicht, seine Angst war begründet, denn Pickman selbst, Wechselbald der Kunst wurde zu einem Emissär der Ghoulwelten...)
"Verstehst du, Eliot – es war die Fotografie eines lebenden Wesens!"
Und hier ist das Foto:


Was???
Kermit, bist Du das?
Roy Thomas wird bittere Tränen geweint haben.
War es Zensur, oder ein böser Scherz?
War der Ghoul mit seinen gummihaften Lefzen zu hart für die damalige Zeit?
Oder war es Stan Lee mit einer weiteren Superidee für die Kiddies?
Man weiss es nicht. Wir schließen die Seiten und schleichen langsam nach Hause.
Gute Nacht da draußen, was auch immer ihr seid.

H.P.Lovecrafts Stories visualisiert © by Marvel Comics. 

Dienstag, 31. Oktober 2017

Nachtmusick :: Halloween, eins, zwei, drei...

...time to die.

Und nun ein wenig Sound für die Nacht der Toten.