Freitag, 28. September 2012

Mythos :: Cthulhu Libria #49 online

Mit schöner Regelmäßigkeit schleicht es lautlos heran aus den dunklen Tiefen des virtuellen Raumes... und packt Dich. 
Natürlich spreche ich wieder einmal über die neue Ausgabe der Cthulhu Libria, jenes hoch geschätzten Webmagazins für den distinguierten Leser phantastischer und horribler Märe.
Die diesmalige Ausgabe werde ich morgen gleich noch einmal lesen müssen, denn heute Abend habe ich eine Verabredung mit einer abgesägten Schrotflinte und der scharfen Milla Jovovich... dafür gibt es in CL #49 zuviel Interessantes, um nicht noch einmal genauer nachzusehen.
Was genau sah eigentlich Johann Peterka, als er "At the Mountains of Madness" illustrierte? Innsmouth Horror? Und eine Leseprobe aus „Graues Land – Die Schreie der Toten“... Höre ich sie schon, oder ist es meine Frau, die mit einer Kettensäge an der Vordertür kratzt, weil sie das über die scharfe Milla gelesen hat?


Autor: Das CL-Team
Umfang: 84 Seiten
Format: PDF
Downloadbar über: Cthulhus Ruf und Literra.info

Montag, 24. September 2012

work progress

Überarbeitet: DAS SCHIFF AUS ARGOTHROND, eine Kurzgeschichte aus dem Zyklus um Arullu, die Welt am Ende der Zeit.
Ein kleines Seitenprojekt, beim Aufräumen der internen und externen Festplatte abgefallen. Ursprünglich eine Kurzgeschichte um Adam in Xeggrairé mit dem Titel "Der Seeprinz", kongenial umgearbeitet, bis nichts mehr vom Original übrig geblieben ist. und das ist gut so.
Umfang: 7.000 Worte in 6 Kapiteln.
Neue Orte: Argothrond, Immaculata, das Diadem des Südens, die Goldküste
Personen: Memnun Lami, Yemmer Balein, Siren Gilly

Und hier das, von dem ich mich habe inspirieren lassen und vielleicht in der einen oder anderen Form in der Geschichte auftaucht:

Recherche:
Soundtreck:

Dienstag, 11. September 2012

Shortcuts 2012-09-11

Ich möchte hier noch einmal kurz auf die unlängst veröffentlichten Textbausteine zur Reise des Helden oder dem Monomythos eingehen. Es gibt, wie auch erwähnt, nicht wirklich darum "textmässsig" irgendetwas "bestimmten Sternzeichen" zuzuordnen, sondern die von dem der amerikanischen Mythenforscher Joseph Campbell, z.B. in "Der Heros in tausend Gestalten" erforschte universelle Reise des Helden mit den 12 Stationen (Tierkreiszeichen) des Sonnenlaufes in Verbindung zu setzen. Dies ist ein Modell, wenn man sich Campbells Paradigma anschließen mag, um eine Geschichte zu erzählen. Dies ist ein literarisches Experiment, an dem ich und ein paar befreundete Autoren schon seit längerem basteln. Die 12 solaren Stationen werden unter anderem auch von 12 der 22 Großen Arkana des Tarot illustriert, die eine andere Version der Heldenreise - die Reise des Narren - darstellt. Ob das alles wirklich so gut zusammenpasst, erschließt sich allerdings erst der Initiierten Interpretation.
Man kann herrlich darüber zanken - und dafür möcht' ich mich bedanken.



Noch ein "Leserbrief"!

Herr D. aus M. fragte mich, ob man eigentlich von Verlagen und Geschichten und dem gelegentlichen Glückszauber (oder der Zombifizierung eines Äons) leben kann, und ob ich nicht manchmal abends still in meine Schreibmaschine weine, wenn ich manche Rezensionen und Wortmeldungen sehe.

Och...
Sagen wir's in Reimen...

Dies ist ein Text für Dich (ja, Dich)
weil Du ungern meine Seite liest.
Dies ist ein Text für Dich (ja, Dich!),
damit es Dir den Tag vermiest.
Ein Text, nur für Dich (für Dich!)
weil Du stundenlang zuhause sitzt und flennst.
Ein Text nur für Dich (nur für Dich)
obwohl Du mich gar nicht kennst.

   Bin ich zu düster? Aber hallo!
   Nivoh-los bin ich sowieso!
   Na und, dafür hab' ich mehr Spaß
   (ihr wisst schon, in Nomine Satanas...)

Von Magie weiß ich wirklich kein Stück
(Dafür hab' ich Voodoo zum Glück)

Also klau' ich Reime bei den Ärzten
(Kommt schon, windet euch in Schmerzen)
Der Fehler, Seite 9, intressiert 'nen Dreck
(Amazon schickt den nächsten Scheck)
Also, lieber Leser, mit dem Zaster her,
Das ist gar nicht so schwer...
...und so werd' ich Millionär.

Als Nachtmusick empfehle ich folgendes schönes Stück namens "Heaven or Hell" von einer französischen Rockband mit dem vielversprechenden Namen Voodoo
Hell or heaven by VOODOO


Wer ich bin und was ich mache

Mein Name ist Axel M. Gruner. Ich lebe an der Nordseeküste.

Ich schreibe über Dinge, die mich interessieren oder absonderlich genug sind, dass sie mich interessieren könnten. Außerdem habe ich eine langjährige Erfahrung als Mediendesigner und Ghostwriter, Sie könnten also bereits mehr von mir gelesen haben, als ihnen lieb ist.

Ich führe den Privatverlag Nemed House für phantastische Literatur.
Bücher bei Nemed House
Nachrichten von Nemed House
Nemed House bei Facebook
Für Nemed House gebe ich das Pulpmagazin Redmask heraus.

Weiterhin bin ich an dem Privatverlag Mirkruna Press für Esoterica & Occulta beteiligt.
Bücher bei Mirkruna Press
Nachrichten von Mirkruna Press
Mirkruna Press bei Facebook

Ansonsten finden Ssie mich als @AxelMGruner bei Twitter. Dort gibt es Tweets von allen Seiten, die ich unterhalte, und manchmal auch etwas live, gelegentlich auch in Englisch.

Sonntag, 9. September 2012

Monomythos :: Der solare Mythos [3]


Zur Illustration des vorhergehenden Eintrages in dieser Reihe

Der Bildliche Schlüssel zum Solaren Mythos




Richtig schön evil

Bah, Humbug.
Die ewig gut gelaunten Menschen in der Glotze verkünden mir, dass wir uns freuen dürfen weil heute noch mal so richtig schön Sommer geworden ist.
Mag sein, aber Sonne macht dumm, wie der größte Philosoph aller Zeiten bereits feststellte.
Ich blättere also in meiner Musicbox, drehe alle Schalter auf 11 und schaue noch einmal, was es noch so aufzuräumen gibt. Der Graphicdesigner nennt es "Leichen im Keller" - all die wichtigen großen und kleinen Aufträge oder Ideen, die man eigentlich mal so am Wochenende machen wollte und beim nächsten Betrachten feststellt, dass schon Monate oder Jahre seitdem vergangen sind und sie schon etwas Schimmel angesetzt haben.
Meine Hand liegt auf den virtuellen Manuskripten von Geschichten aus dem vorhergehenden Jahrhundert - das klingt schon allein dadurch düster - die ich mal bearbeiten wollte oder dem Zeitgeist geschmeidig anpassen wollte.
  • Die Abenteuer von Adam auf Xeggraire!
  • Die Abenteuer von Cataphrax dem Verbannten (oder Verdammten?)
  • Geschichten von Ebene 2! (Wer?)
Zweimal haben sie Um- und Aufräumen schon überlebt, aber ich glaube, da wird nichts mehr draus. Ich werde diese vergessenen Welten wohl kaum noch einmal zum Leben erwecken und dem Leichnam ersten deutschen Pulps neues Leben einhauchen.
Also, Rasierklinge gezückt und kannibalisieren...
Aber es ist heute noch mal so richtig schön Sommer geworden...

Donnerstag, 6. September 2012

Monomythos :: Der solare Mythos [2]


Fortsetzung des vorhergehenden Eintrages in dieser Reihe

Der Monomythos als solarer Mythos


5. Die Nacht: Löwe/SONNE: Die Sphäre der Wiedergeburt – der vom Ich befreite Held gewinnt sein Selbst. Das Überschreiten der Schwelle ist das Abstreifen der Weltlichen Haut, der Eintritt in den Weltschoß, die Stille des Göttlichen, das mit Schrecken verbunden ist. Der Held, der die Prüfung der Schwelle nicht besteht, wird verschlungen und muss im Hexenkessel sieden, bis er sich wieder zusammensetzt – ganz wird – und ausgespien wird.

6. Die Prüfungen: Jungfrau/MERKUR: Der Weg der Prüfungen ist der der Reinigung vom Selbst – wo die Sinne gereinigt und erniedrigt werden. Die infantile Bilderwelt wird aufgelöst, überwunden oder umgewandelt. Die Entdeckung und Annihilation des eigenen, ungekannten Selbst. Die Widerstände werden gebrochen, man beugt sich dem eigentlich Unerträglichen wieder und wieder, nur geleitet vom eigenen Licht.

7. Gericht & Lohn: Waage/VENUS: Das Wort des Gerichtes ist Akzeptanz. Der Göttin ohne Begierde zu begegnen, heißt sie zu gewinnen, denn sie kann nicht gezwungen werden. Das Leichte ist Illusion, real das Harte, das am Sein leicht wird. Alles Infantile bedeutet letztlich nur Verderben, wer dieser Begegnung nicht gewachsen ist, wird zerbrechen. Hier wird das Herz gewogen; nur Vertrauen löst den Drachenvater auf, dies ist nur dann möglich, wenn die Bindung ans Ich auch gelöst wird.

8. Weigerung zur Flucht: Skorpion/MARS: Das Gewonnene muss weitergegeben werden – dies ist das Elternschaftsmysterium. Ein Innehalten oder die Verweigerung zu lehren wäre Perversion, ein Regress, ein Rückschritt in die Verantwortungslosigkeit der Kindheit. In diesem Zusammenhang kann man auf den alten Mythos hinweisen, dass ein Skorpion sich eher selbst tötet als zurück zu weichen oder den Flammenkreis zu durchschreiten.

9. Flucht: Schütze/JUPITER: Diese Flucht ist auch eine Heimkehr, die Verteidigung des Gewonnenen. Hier erweist sich der geläuterte Held würdig der Ehrung. Gewitzt kann er die Verfolger ablenken, da diese noch ihr sterbliches Ich besitzen – es ist die Verfolgung des Überirdischen durch das Materielle, die Qlipoth, die nach dem hungern, was ihnen Existenz gibt und von denen sie sich früher sicher nähern konnten. Eine Hilfe kann erscheinen – dies ist das externalisierte Überirdische, oder auch die Personifikation des Lohnes. Die Welt aber ruft nach ihrem Erlöser.

10. Überschreiten der Schwelle: Steinbock/SATURN: Stellt die neuerliche Invertierung der Wertmaßstäbe dar. Die Gefahr der Profanisierung des Gefühles des Einsseins mit der Leere. Hier kann das Erhabene an der Schwelle zurückbleiben, weil es in der Realität keinen Platz zu haben scheint, oder die Erfahrung nicht ohne Beweis mitgebracht werden kann. Wenn die Transzendenz zurückbleibt, endet hier der Mythos. Wird sie weitergetragen, so treten wir in die Phase eines spirituellen-religiösen Mythos, denn...

11. Herr der zwei Welten: Wassermann/SATURN: Er weiß um alles Verborgene. Er hat das Geheimnis gelöst. Er offenbart sein Wissen um die Doppelnatur der Welt, die eins ist und...

12. Freiheit zum Leben: Fisch/JUPITER: ...steht als gefestigter (priesterlicher) Lehrer inmitten derer, die an ihn glauben werden.

Mittwoch, 5. September 2012

Monomythos :: Der solare Mythos [1]


Das im vorhergehenden Eintrag in dieser losen Reihe vorgestellte Modell des Monomythos - der Reise des Helden - hat seine Stärken, jedoch auch seine Schwächen, die dort hervortreten, wo einzelne der Situationen zusammengefasst oder fortgelassen werden, um zu einer griffigeren Zahl zu kommen. Dennoch hat diese Vorgehensweise seine Berechtigung. Im Folgenden wird in einem unveröffentlichten Essay von 2003/4 versucht, 12 Stationen des Monomythos mit dem solaren Mythos oder der Reise der Sonne (des Ego) durch die 12 Tierkreiszeichen in Zusammenhang zu setzen. Ein erster Entwurf für die bisher unveröffentlichten (und unvollendeten 'Tarotromane'.


Der Monomythos als solarer Mythos


STATION und PSYCHE
Vorgeschichte --
Berufung : Widder
Weigerung : Stier
Hilfe von aussen : Zwilling
Überschreiten der Schwelle : Krebs
Die Nacht : Löwe
Die Prüfungen : Jungfrau
(Treffen mit der Göttin
Versuchung
Versöhnung mit dem Vater
Apotheose)
Die höchste Belohnung : Waage
Weigerung zur Flucht : Skorpion
Flucht : Schütze
(Rettung von aussen)
Überschreiten der Schwelle : Steinbock
Herr der zwei Welten : Wassermann
Freiheit zum Leben : Fisch

Diese kleine Anordnung korreliert mit den Theorien von Campbell’s Heros mit den 1000 Gestalten. Die Stationen des Helden entsprechen eher psychologischen Punkten, d.h. der Wirkung und der Leistung des solaren Egos, anstelle der Situation, in der er sich befindet. In der Nacht muß die Sonne am stärksten strahlen, um siegreich aus den initiatorischen Nebeln aufzutauchen.

Psychische Erläuterung der Stationen


1. Berufung: Widder/MARS: Die Berufung ist verbunden mit Symbolen des (verhüllten) Weltnabels – das Erwachen des Selbst, die Vorankündigung des notwendigen prozesses, das Erwachen/Erwachsen. Es ist die Berufung zum Leben, zum Tode, zur Geschichte. Mächte, die außerhalb stehen (scheinbar) verwickeln den Helden in die größere Geschichte. Diese verkleideten fremden Mächte sind auch mit dem Verschmähten, dem Schatten verbunden. Der Unbekannte, verhüllte, Bote, Psychopomp, der den jungen Prinzen hinweg ruft.

2. Weigerung: Stier/VENUS: Dies ist die Verweigerung dem Schicksal gegenüber – oder das Problem des Materialismus. Kann auch als Rückschlag und Widerstände verstanden werden, die eine Geschichte erst ins Leben ruft. Die Weigerung ist auch Ablenkung – die Verneinung auf den Ruf der Reifeprüfung, die Unfähigkeit, das Kindheits-Ich abzulegen. Hier zeigt sich wieder daß Stasis einer Entwicklung im Wege steht.

3. Hilfe von aussen: Zwilling/MERKUR: Diese Helfer sind weitere Verkörperungen des Schicksals – das Prinzip des Wachens und Leitens, ambivalent wie alles Unbewußte – dies ist der Initiationspriester, unter dessen Schutz, und mit deren Hilfe die Bedeutung des Weges erkannt wird. Dies ist merkurisch – er stellt sozusagen die Sicherheit des Herzens fest, Führer und Verführer in einem, derjenige der sich dem Ruf jetzt noch verweigert, wird verderben.

4. Überschreiten der Schwelle: Krebs/MOND: Stellt eine erste Invertierung der Wertmaßstäbe dar. Die Schwelle stellt den Rand des Bekannten dar – hinter ihr beginnt das Fremde, das Märchenland, die Unterwelt. Sie wird von einem Wächter geschützt – dies kann durchaus als eine Schutzfunktion des Unbewußten verstanden werden, die Angst vor der Veränderung, oder dem Ende eines Abschnittes (Tod). Der Bewohner dieser Grenze kann als Halbwesen erscheinen, um die ambivalente Natur dieser Schwelle zu verdeutlichen, auf der das ICH geopfert wird. Der Hüter der Schwelle kann in jungianischen Termini auch als Schatten erscheinen.
(Fortsetzung im nächsten Eintrag)

Dienstag, 4. September 2012

Shortcuts 2012-09-04


There came to me a Man one summer night,
When all the world lay silent in the stars,
And moonlight crossed my room with ghostly bars.
He whispered hints of weird, unhallowed sight;
I followed – then in waves of spectral light
Mounted the shimmery ladders of my soul
Where moon-pale spiders, huge as dragons, stole –
Great forms like moths, with wings of wispy white.

Around the world the sighing of the loon
Shook misty lakes beneath the false-dawn’s gleams;
Rose tinted shone the sky-line’s minaret;
I rose in fear, and then with blood and sweat
Beat out the iron fabrics of my dreams,
And shaped of them a web to snare the moon.

------------ 
Nochmal ein Gedicht von Robert E. Howard, Autor von Conan und Solomon Kane. Ich werde in den kommenden Wochen jeden Dienstag eines veröffentlichen - sie sind inzwischen alle public domain.


Singles...
Ich muss immer wieder an Singles denken.
Eine Handvoll Unterhaltung, in sich abgeschlossen, ohne unausgesprochene Verpflichtung, sich noch mehr und mehr von etwas besorgen zu müssen...
Früher gab es abgeschlossene Romane oder Novellen für 2,80... und ich rede nicht von Heftchen, sondern normal gebundenen Taschenbüchern in den SF- und Fantasyreihen von Heyne (schwarzer Rücken) oder Bastei-Lübbe (dunkelblauer Rücken).
Oder Terra Fantasy...
Abgeschlossene Romane, die Klassiker des Genres.... ich ziehe immer noch den Hut vor den damaligen Herausgebern. Innerhalb des letzten Monats habe ich das hiesige Antiquariat und einen Flohmarkt geplündert und einige Lücken in meiner Sammlung geschlossen.*
Alter Scheiß? Vielleicht.
Aber Singles, Mann. Wo gibt es das heute noch, wenn selbst die aufgeblähteste Non-Action Teil einer Serie ist und jeder Band für den deutschen Markt noch einmal aufgeteilt wird, um einen weiteren gleichlautenden Titel mit 1 1/2 Zeilen Abstand zu ergeben?

* Fundstücke der letzten Zeit schließen Werke vergessener Meister wie Tanith Lee, Hugh Walker oder Lin Carter ein. Und da es keine Singles mehr gibt, werden diese wohl auch nie nachgedruckt werden. Genau wie die Klassiker der 30er oder 60er, die Terra Fantasy dem deutschen Leser vorstellte...

Gehässigkeit via Fontblog:
Zur Beschreibung der plötzlichen Popularität männlicher Vornamen führten deutsche Soziologen und Psychologen im Februar 2007 den Begriff Kevinismus ein; die weibliche Form dieses Phänomens tauften sie Chantalismus. Beide beschreiben "die krankhafte Unfähigkeit, menschlichem Nachwuchs sozialverträgliche Namen zu geben." Die renommierte Namensforscherin Gabriele Rodriguez hat dazu festgestellt, dass bildungsferne Schichten sich bei der Namensfindung sehr stark an den Medien orientieren würden und daher häufiger zu Namen wie Kevin oder Justin griffen. In gebildeten Kreisen hörten die Kleinen heute eher auf Alexander oder Konstantin.

Um noch einmal auf Singles zurückzukommen...
Ich räume momentan ein wenig die interne und externe Festplatte auf. Die in diesen Tagen veröffentlichten Textstücke zur Heldenreise oder dem Monomythos liegen zwar schon seit Jahren hier rum, haben aber an Anreiz nicht verloren.
Sie dienen als Grundkonzept zum Plotten einer Reihe in sich abgeschlossener Novellen (Singles!) der Stammautoren von Nemed House. Wir nennen sie liebevoll (an  manchen Abenden) unsere "Tarotromane". An manchen Abenden nennen manche sie auch "noch eine verdammte Masche, mit denen der alte Mann uns in den Wahnsinn treiben will..."
Eine kleine Herausforderung... bevor es einem langweilig wird, macht man die Spielregeln härter.
Ja, das stimmt, wir mögen es hier ein bisschen härter...

Montag, 3. September 2012

Monomythos :: Campbell & Vogler


Wer den vorhergehenden Eintrag in dieser losen Reihe gelesen hat, wird vielleicht den Verweis auf die "Heldenreise", den Monomythos nach Campbell gesehen haben. Die Reise ist in verschiedene Stationen (17) eingeteilt - dramatische Situationen - die berühmterweise von Vogler für Drehbuchautoren zusammengefasst wurden (s.u.) Hier sind es 12, eine Zahl, die befriedigender scheint, den Ästheten jedoch durch in dieser Ausarbeitung nicht überzeugen kann. Hierzu dann demnächst mehr - der Monomythos als solarer Mythos.

Campbells Modell (17 Stationen, mit Vorgeschichte 18)

I: Abreise
1. Vorgeschichte (wenn notwendig)
2. Die Berufung zum Abenteuer
3. Verweigerung dem Ruf
4. Übernatürliche Hilfe
5. Überschreiten der Schwelle
6. Der Bauch des Wales
II: Initiation
1. Der Weg der Prüfungen
2. Treffen mit der Göttin
3. Versuchung
4. Versöhnung mit dem Vater
5. Apotheose
6. Die höchste Belohnung
III: Rückehr
1. Weigerung zurückzukehren
2. Die magische Flucht
3. Rettung von Außen
4. Überschreiten der Schwelle
5. Meister der zwei Welten
6. Freiheit zu leben

Voglers Ausarbeitung für Drehbuchautoren (in 12 Stationen zusammengefasst)

I: Abreise
1. Ausgangspunkt ist die gewohnte Welt des Helden.
2. Der Held wird zum Abenteuer gerufen.
3. Diesem Ruf verweigert er sich daraufhin zumeist.
4. Ein Mentor überredet ihn daraufhin die Reise anzutreten, und das Abenteuer beginnt.
5. Der Held überschreitet die erste Schwelle,
…nach der es kein Zurück mehr gibt.
II: Initiation
1. Daraufhin wird er vor erste Bewährungsproben gestellt und trifft dabei auf Verbündete und Feinde.
2. Nun dringt er bis zur tiefsten Höhle vor und trifft dabei auf den Gegner.
3. Hier findet die entscheidende Prüfung statt:
Konfrontation und
…Überwindung des Gegners.
4. Der Held wird belohnt, indem er z.B. den Schatz oder das Elixier raubt.
III: Rückkehr
1. Nun tritt er den Rückweg an…
…während dessen es zur Auferstehung des Helden kommt.
2. Diese Auferstehung ist nötig, da er durch das Abenteuer zu einer neuen Persönlichkeit gereift ist.
3. Anschließend tritt der Held mit dem Elixier den Heimweg an.

Samstag, 1. September 2012

Monomythos :: Prolog


Ein schlauer Mann hat einmal gesagt, dass alle Geschichten eine sind, und diese Geschichte die einer Suche ist. Der individuelle Held ist der kosmische Held, und seine Suche, gilt sie nun Weisheit, Frieden oder wahrer Liebe, ist immer die Suche nach Transzendenz und Selbsttransformation. Die Suche nach dem Schicksal.

Und wie immer ist der Weg das Ziel, die Suche ist das Schicksal.

Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass sich die Grundstruktur - der Plot - einer jeden Geschichte ähnelt, oder vielleicht sogar die gleiche ist.

Joseph Campbell hat gleiches für die Mythologie der Menschheit festgestellt und nannte es den Monomythos - die Reise des Helden.

Seine Analyse ist nicht unumstritten, aber das hat Hollywood und andere nicht daran gehindert, Elemente oder die Gesamtheit des Monomythos zu entwenden und zur Strukturierung von so unterschiedlichen Werken wie Star Wars oder Matrix zu benutzen.

Selbst ein eleganter Stilist wie Neil Gaiman sagt über sich, dass er wohl unbewusst dem Monomythos folgt - die eine Geschichte drängt danach, neu erzählt zu werden.

Vielleicht ist es auch eine Art universelles Mantra des homo sapiens, durch dessen Neuerzählung wir uns selbst versichern: Die Konsenstheorie von Wirklichkeit.

Mehr zum Monomythos und seiner Anwendung, sowie weiteren "Plotformeln" in den kommenden Tagen, zusammengestellt aus Notizen der letzten 10 Jahre.